WAS IST JUDO – KAMPFSPORT ONLINE TRAINING

Judo – der japanische Kampfsport

 

Judo ist eine japanische Kampfsportart, deren Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ beziehungsweise „maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand“ ist. Entwickelt wurde dieser Kampfsport von Kanō Jigorō (1860–1938), als er eine Symbiose aus alten Jiu-Jitsu-Stilen (Koryu) schuf, die er seit seiner Jugend mit großem Fleiß trainiert hatte. Heute wird Judo in über 150 Ländern ausgeübt und ist damit die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt. Ähnlicher Beliebtheit erfreut sie sich somit auch in Deutschland: Bei uns gibt es inzwischen mehr als 240.000 Judoka, die in rund 2.700 Vereinen aktiv sind. Mehr als zwei Drittel der Mitglieder gehören noch den Jugendklassen an. Das spricht für das große Interesse an diesem Sport gerade bei Kindern und Jugendlichen. Judo bedeutet wörtlich „sanfter/flexibler Weg“ (Zusammensetzung aus jū „sanft“, „nachgiebig“, „flexibel“ und dō „Weg“). Ein Judo-Kämpfer oder eine Judo-Kämpferin wird Judoka genannt.

Anfangs wurde die von Kano gegründete Kampfsportart noch Jiu Jitsu genannt, erst Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Judo durch. Dies ist der Grund, weshalb in manchen Schulen noch heute unter dem ursprünglichen Begriff gelehrt wird.

Die Judo-Techniken sollten keine gefährlichen Elemente wie etwa Tritte und Schläge enthalten und dennoch effektive Selbstverteidigung ermöglichen. Judo entwickelte sich sogar bis hin zur Olympischen Disziplin. Im Vergleich zu anderen Selbstverteidigungs – Systemen liegt hier der Fokus nicht auf der Effektivität im Alltag, sondern vielmehr auf der Selbstdisziplin, Respekt und darauf, saubere Techniken auszuführen, um seinen Gegner zu schlagen. Daher gibt es im Judo-Bereich auch viele Wettkämpfe, bei denen man sich mit anderen messen kann. Im Wettkampf werden blaue und weiße Anzüge zur Unterscheidung getragen.

Die Judo-Techniken lassen sich grob in 4 Grundtypen einteilen: Wurftechniken, Bodentechniken, Falltechniken und Schlagtechniken. Ziel ist es, den Gegner durch Anwenden einer Technik mit Kraft und Schnelligkeit kontrolliert auf den Rücken zu werfen. Gelingt dies, so ist der Kampf gewonnen, vergleichbar mit einem „KO“ beim Boxen. Dabei ist es meist unerheblich, wie geworfen wurde und welche Technik verwendet wurde, sofern der Werfende den Geworfenen dabei deutlich kontrolliert und keinen Regelverstoß begeht.

Um im Judo seinen Leistungsstand zu zeigen, gibt es eine Form der Gradierung. Man kann diese Gradierung anhand der Gürtelfarbe einsehen. Beginner starten mit einem weißen Gürtel. Danach ist die Reihenfolge: weiß-gelb, gelb, gelb-orange, orange, orange-grün, grün, blau und dann braun. Früher gab es weniger Grade bei den Farbgurten (Kyu-Grade). Es wurden weitere Stufen hinzugenommen, um gerade Kindern und Jugendlichen auch kleinere Lernerfolge honorieren zu können. Wenn du ein erwachsener Judomeister geworden bist, dann kannst du einen schwarzen Gürtel (Dan-Grade) tragen. Den schwarzen Gürtel kann man frühestens als Erwachsener, also mit 18 Jahren, ablegen.

Große und kleine Judosportler sind im Deutschen Judo-Bund (DJB) organisiert, der seinerseits Mitglied im Deutschen Sportbund sowie im Nationalen Olympischen Komitee (NOK) ist. Deutsche Judosportler waren in den vergangenen Jahrzehnten bei Olympischen Spielen, Welt und Europameisterschaften sehr erfolgreich. Zahlreiche Medaillen und Titel sind dafür der beste Beweis. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland damit neben Japan, Frankreich, Korea und Russland zur Weltspitze.

Eine Alternative neben Judo als Leistungssport ist dabei die Selbstverteidigung. Der Judosport schafft die notwendigen Freiräume zur eigenen Entfaltung und zeigt den Weg zu Selbstbehauptung und Selbstvertrauen.

Doch auch unabhängig vom Wettkampf wird Judo ausgeübt, denn es ist auch eine Vorbereitung für das weitere Leben.  Bereits Kinder können in jungen Jahren durch Judo Bewegung und Spiel lernen, während gleichzeitig ihre Körperhaltung trainiert und der Gesamtorganismus gestärkt wird. Außerdem leistet Judo einen wertvollen pädagogischen Beitrag, der neben Spaß und Freude auch Kooperationsbereitschaft, Verantwortlichkeit und Rücksichtnahme vermittelt. Doch nicht nur Kinder und Jugendliche nehmen das Angebot wahr, sondern auch für Erwachsene stellt es eine Möglichkeit zur Bewegung in Gesellschaft mit anderen Menschen dar. Damit verbunden ist ein intensives Herz und Kreislauftraining, weshalb Judo bis ins hohe Alter ausgeübt wird. Die körperliche Bewegungsfähigkeit wird erhalten und Atem- sowie Konzentrationsübungen oder Meditation machen Judo zu einer idealen Gesundheitsprävention für ältere Menschen.

 

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